Ehemalige Itaipú-Direktorin weist auf regulatorische Mängel hin, die private Energieinvestitionen in Paraguay blockieren

Die ehemalige Itaipú-Direktorin Gladys Benegas weist darauf hin, dass Mängel in der Regulierung, wie die Überschneidung von Aufgaben des staatlichen Stromversorgers ANDE und die fehlende Tarifvorhersehbarkeit, private Investitionen im paraguayischen Energiesektor blockieren.

Ehemalige Itaipú-Direktorin weist auf regulatorische Mängel hin, die private Energieinvestitionen in Paraguay blockieren
KI-generierte Illustration.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Gladys Benegas, ehemalige Finanzdirektorin von Itaipú, legte eine scharfsinnige Analyse der Hindernisse vor, die verhindern, dass das Energiepotenzial Paraguays private Investitionen im von der offiziellen Rhetorik versprochenen Tempo anzieht. In einem Vortrag für die Japanische Handels- und Industriekammer in Paraguay argumentierte sie, dass die Herausforderungen nicht in den Ressourcen, sondern in den Spielregeln, der Transparenz und der Planungssicherheit lägen.

Benegas hob hervor, dass die teilweise Liberalisierung des paraguayischen Strommarktes, die die „Figur des Großverbrauchers“ erlaubt, die Energie direkt bei privaten Erzeugern zu beziehen, ein echter Fortschritt sei. Allerdings warnte sie, dass ein Gesetz, das kommerzielle Türen öffnet, nicht einem vollständigen regulatorischen Rahmen gleichkomme.

Am konkreten Beispiel der Solarenergie erläuterte die Ökonomin, dass das Gesetz Nr. 7.599 einen bilateralen Verkaufsweg geschaffen habe, in der Praxis jedoch kein physischer Direktverkauf stattfinde. Stattdessen gebe es zwei separate Verträge: einen kommerziellen zwischen Erzeuger und Verbraucher und einen Transportvertrag mit der ANDE, da der Strom weiterhin über das öffentliche Netz fließt.

Der kritische Punkt sei laut Benegas, dass der Wert der Durchleitungsgebühr vom Ministerium für öffentliche Arbeiten auf der Grundlage einer Methodik und eines technischen Berichts der ANDE selbst genehmigt wird – dem Netzbetreiber, der auch als Stromverkäufer in Konkurrenz tritt. Diese Überschneidung von Funktionen schaffe Misstrauen bei Investoren.

Die Expertin zählte drei konkrete Reibungspunkte auf: Die Häufigkeit der Tarifanpassung ist nicht klar definiert; die ANDE berechnet die Durchleitungsgebühr direkt über einen separaten Vertrag; und die Verbraucher müssten zwei Rechnungen und verschiedene Vertragsbeziehungen verwalten, was die administrativen Kosten erhöht.

Das Muster eines „fortschrittlichen Gesetzes mit unvollständiger Regulierung“ wiederholt sich auf anderen Ebenen, wie etwa bei der dezentralen Erzeugung im Wohnbereich, wo der technische Tarif für den Rückkauf von Überschussstrom durch die ANDE noch nicht festgelegt ist.

Quellen (1)

Aktualisiert: 20.07.2026, 01:30