EU-Sperre für brasilianisches Rindfleisch stärkt Paraguay – und erhöht Druck auf chilenischen Markt

Die zweijährige EU-Sperre für brasilianisches Rindfleisch wegen des Einsatzes von Substanzen, die nach europäischen Standards nicht zugelassen sind, eröffnet Paraguay Chancen auf dem europäischen Markt, könnte aber gleichzeitig den Wettbewerb in regionalen Absatzmärkten wie Chile verschärfen.

EU-Sperre für brasilianisches Rindfleisch stärkt Paraguay – und erhöht Druck auf chilenischen Markt

Die zweijährige Sperre der Europäischen Union für brasilianisches Rindfleisch wegen des Einsatzes von Substanzen, die nach europäischen Standards nicht zugelassen sind, schafft für Paraguay die Möglichkeit, seine Position auf dem europäischen Markt auszubauen. Gleichzeitig könnte der Ausschluss Brasiliens jedoch den Wettbewerb in wichtigen Absatzmärkten für paraguayische Exporteure verstärken.

Da Brasilien vorübergehend vom europäischen Markt ausgeschlossen ist und zudem mit Mengenbeschränkungen in China konfrontiert wird, entfällt ein wichtiger südamerikanischer Lieferant für EU-Importeure. Dies könnte Paraguay zugutekommen, das im Rahmen des seit Mai 2026 geltenden Handelsabkommens zwischen dem Mercosur und der EU möglicherweise einen Anteil an der dem Mercosur zugeteilten Quote von 99.000 Tonnen Rindfleisch anstreben kann.

Paraguay strebt an, mindestens 25 Prozent dieses Volumens zu erobern. Daniel Burt, Manager der paraguayischen Fleischkammer, sieht in der EU-Entscheidung auch eine Bestätigung des hohen Gesundheitsstandards der paraguayischen Viehwirtschaft, die internationale Audits bestanden hat. Laut Burt und der paraguayischen Fleischkammer hängt die tatsächlich verfügbare Menge jedoch davon ab, wie das Kontingent innerhalb des Mercosur aufgeteilt wird.

Während Paraguay in Europa möglicherweise Marktanteile gewinnt, droht in Südamerika ein möglicher „Dominoeffekt“. Um seine Überschüsse abzusetzen, könnte Brasilien verstärkt auf alternative Märkte ausweichen und dort aggressiver auftreten – insbesondere in Chile, das fast 30 Prozent der paraguayischen Rindfleischexporte aufnimmt.

Ein größeres Angebot brasilianischer Ware in Chile könnte die Preise unter Druck setzen und die Wettbewerbsfähigkeit paraguayischer Schlachthöfe beeinträchtigen. Zudem könnte Brasilien seine Verhandlungen anpassen, um seinen Zugang zur Notfallquote der USA zu sichern, was den Wettbewerb um Abnehmer außerhalb der EU weiter verschärfen würde.

Auf dem heimischen Markt in Paraguay sind die unmittelbaren Auswirkungen begrenzt. Die Versorgung bleibt stabil, gestützt durch eine erhöhte Schlachtung und die Aufwertung der Landeswährung Guaraní, die die Kosten für Verbraucher dämpft. Für die Exportwirtschaft des Landes ergibt sich jedoch eine ambivalente Situation: Einerseits entfällt die brasilianische Konkurrenz in Europa, andererseits könnte sie sich in regionalen Märkten verstärken, in denen Paraguay bereits etabliert ist.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 03.09.2026, 01:00